Blauzungenkrankheit-Verbraucherinfos

Eine Zusammenfassung von Informationen der Ministerien (BMELV), Ämter und Wissenschaftler (FLI) zu den wichtigsten Verbraucherfragen nach dem derzeitigen Wissensstand zum Thema Blauzungenkrankheit (September 2007)

 

  • Woher kommt die Blauzungenkrankheit?
    Die Krankheit kommt vorzugsweise in den wärmeren Ländern, u.a. in Afrika, Südasien und Südwesteuropa, vor. Auf Grund der allgemeinen Klima-Erwärmung wurden im Jahre 2000 erstmals in Griechenland, Frankreich, Italien und Spanien Erkrankungen festgestellt.
    Bis Juli 2005 wurde die Krankheit in Deutschland nicht nachgewiesen.

  • Wo ist diese Tierseuche in diesem Jahr ausgebrochen?
    Am 17. August 2006 erstmalig in den Niederlanden nachgewiesen, dann in Belgien; Ende 2006 in NRW.
    In Deutschland sind in 2007 neben Nordrhein-Westfalen nun auch Niedersachsen, Hessen, Saarland, Rheinland-Pfalz und Bayern betroffen. Inzwischen wurden in allen Bundesländern Fälle von Blauzungenkrankheit nachgewiesen.

  • Wie wird die Krankheit übertragen?
    Durch Stechmücken, so genannten Gnitzen, die durch den warmen Sommer 2006 den Weg in nördlichere Regionen gefunden haben. Inzwischen wurde das Virus auch bei einheimischen Mückenarten nachgewiesen.

  • Woran erkennt man die Blauzungenkrankheit?
    Speichel- und Nasenausfluss beim infizierten Tier, erhöhte Temperatur, Schläfrigkeit und die typische Blaufärbung der Zunge, welche zusätzlich anschwillt sowie Schwellungen am Kopf.

  • Welche Tiere können von der Krankheit befallen werden?
    Nur Wiederkäuer (auch Wildtiere), insbesondere Schafe aber auch Ziegen und Rinder. Schafe sind am stärksten betroffen und die Krankheit kann hier innerhalb weniger Tage zum Tode führen.
    Auf den Menschen ist die Krankheit nicht übertragbar.

  • Wie ansteckend ist die Krankheit?
    Durch Kontaktinfektion, quasi von "Schaf zu Schaf", ist keine Ansteckung möglich. Das Virus kann nur durch Mücken und vermutlich andere blutsaugende Insekten übertragen werden.

  • Kann man seine Tiere schützen?
    Insektizidanwendung in den betroffenen Gebieten, den Stallungen und an den Tieren selbst werden von Fachleuten empfohlen. Allgemein wird empfohlen, die Tiere über Nacht aufzustallen, da die die Krankheit übertragende Mückenart vorwiegend spät Abends und Nachts aktiv ist.
    An einem Impfstoff wird derzeit fieberhaft gearbeitet.
    Der Impfstoff, welcher derzeit in Afrika Anwendung findet, ist in Europa nicht zugelassen, da es sich um einen Lebend-Impfstoff handelt!
    Ein weiterer Impfstoff, der in Südeuropa angewendet wird, betrifft nicht den Virenstamm, welcher in unseren Regionen vorkommt!
    Bestehende Impfstoffe gegen andere Serotypen wirken laut wissenschaftlichen Untersuchungen nicht immunisierend auf Infektionen mit dem in unseren Regionen vorkommenden BT-Virus-Serotyp 8.

  • Ist die Blauzungenkrankheit für den Menschen gefährlich?
    Nach einhelliger Expertenmeinung: Nein!
    Milch, Milchprodukte und Fleisch können bedenkenlos verzehrt werden.
    Die Krankheit stellt keine Gefahr für den Menschen dar.
    Gleiches gilt für alle nicht wiederkauenden Tierarten.